Güteklassen von Speiseöl: Was bedeuten die Qualitätsstufen?

Gemäß dem Teil VIII der EU-Verordnung Nr. 1308/2013 werden Speiseöle, insbesondere Olivenöle, in sechs Güteklassen eingeteilt, wobei diese sich wiederum zum Teil erneut untergliedern.

Olivenöl ist eines der beliebtesten und für den Handel lukrativsten Öle, das mit der Umsetzung der EU-Verordnung strenger überwacht werden soll. Damit sollen vermehrt Ölmischungen verschiedener Olivenöle minderer Qualität nicht als reines Öl der Spitzenklasse verkauft werden dürfen. Ob die Einführung der Güteklassen tatsächlich die Problematik der falschen Öletikettierung behebt, sei jedoch dahingestellt.

Olivenöle und ihre Güteklassen

Die Einführung der Güteklassen soll die Qualität der Öle widerspiegeln. Insgesamt unterscheidet die EU-Verordnung Nr. 1308/2013 sechs Güteklassen:

  1. Güteklasse: Native Olivenöle
  2. Güteklasse: Raffiniertes Olivenöl
  3. Güteklasse: Olivenöl aus raffinierten und nativen Olivenölen
  4. Güteklasse: Rohes Oliventresteröl
  5. Güteklasse: Raffiniertes Oliventresteröl
  6. Güteklasse Oliventresteröl

Die Güteklasse „Native Olivenöle“ untergliedert sich nochmals in:

  1. Natives Olivenöl extra
  2. Natives Olivenöl
  3. Lampantöl

Olivenöle im Einzelhandel

Nicht alle der genannten Olivenöle dürfen auch im Einzelhandel als Speiseöle angeboten werden. Im Einzelhandel sind lediglich folgende Olivenöle als Speiseöle zu finden:

  1. Natives Olivenöl extra (Güteklasse 1)
  2. Natives Olivenöl (Güteklasse 1)
  3. Olivenöl (Güteklasse 3)
  4. Oliventresteröl (Güteklasse 6)

Unterschiede der Güteklassen bei Speiseölen

Die Qualität eines Speiseöles richtet sich nach der Zuordnung der entsprechenden Güteklasse. Bestimmend bei der Festlegung einer Güteklasse sind insbesondere der Säuregehalt des Öls und die sensorische Qualität.

Natives Olivenöl extra

Natives Olivenöl extra wird mechanisch ohne Einwirkung von Wärme (< 40 °C) oder durch ein sonstiges physikalisches Verfahren gewonnen, was nicht zu Qualitätsbeeinträchtigungen führt. Es weist ein Gehalt an freien Fettsäuren (auch als Ölsäure und Säuregehalt bezeichnet) auf, welcher 0,8g je 100g nicht überschreiten darf.

Sensorische Fehler werden bei diesem Öl ausgeschlossen.

Olivenöl in „Güteklasse 1“ kaufen: Natives Olivenöl extra

Natives Olivenöl

Das native Olivenöl wird mechanisch ohne Erhitzung (< 40 °C) gewonnen. Dabei liegt die Ölsäure in einem Bereich von 2%, sprich 2g je 100g. Es können leichte sensorische Fehler auftreten.

Olivenöl in „Güteklasse 1“ kaufen: Natives Olivenöl

Olivenöl

Olivenöl ohne den Zusatz „nativ“ wird aus raffiniertem und nativen Olivenöl hergestellt. Lampantöl darf jedoch nicht verwendet werden. Der Säuregehalt liegt bei diesem Öl bei 1%, sprich bei 1g je 100g. Nicht in der EU-Verordnung vorgeschrieben ist das Mischungsverhältnis der beiden Ölgüteklassen. In der Regel gilt jedoch: Je mehr natives Olivenöl zum Einsatz kommt, desto intensiver schmeckt das Öl.

Oliventresteröl

Das Oliventresteröl ist ein Öl, bei dem raffiniertes Oliventresteröl mit nativem Olivenöl, außer Lampantöl, gemischt wird. Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben. Insgesamt darf der Säurewert aber nicht 1%, sprich 1g je 100g, übersteigen.

Auch hier gilt: Je höher der Anteil an nativem Öl ist, desto intensiver schmeckt das Olivenöl.

Der Geschmack eines Olivenöls

Der Geschmack des Olivenöls wird neben der Güteklasse und dem eventuellen Mischungsverhältnis zweier Ölkategorien auch durch folgende Faktoren beeinflusst:

  1. dem Reifegrad und Zustand der Oliven
  2. der Sorte
  3. dem Anteil an faulen oder beschädigten Oliven
  4. dem Anteil an Fremdkörpern, wie Holz, Laub, Gräsern
  5. der Lagerungszeit
  6. der Verarbeitung der Oliven
  7. der Sauberkeit der Verarbeitungsanlagen

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