Arganöl: Das geschützte Wunderöl aus Marokko

Arganöl ist gut für Haut und Haare und besitzt noch weitere Eigenschaften, die Forscher gerade erst untersuchen.

Für was ist Arganöl geeignet? Wie Arganöl anwenden? Nachfolgend erfahren Sie alle wichtigen Fakten rund um das Thema Arganöl.

Arganöl – Orient in Flaschen

Auf die Ergebnisse wartet niemand in Marokko, denn dort sind die wohltuenden Eigenschaften schon lange Teil des Volkswissens. Arganöl zählt zu den wenigen Produkten, welche die Region hergibt.

Doch nicht nur darum nimmt Arganöl eine Sonderstellung unter den Speiseölen ein. Der Arganbaum, auch Arganie genannt, ist ausgesprochen selten und wächst nur im südlichen Marokko. Wo andere Bäume dem Trockenstress nicht standhalten, wird der Arganbaum bis zu 400 Jahre alt.

Arganbaum

Ab etwa 5 Jahren beginnt die Ausbildung von Beerenfrüchten, aus deren Samen geschickte Hände das Arganöl gewinnen. Erst im Alter von etwa 50 Jahren bringt ein Arganbaum nennenswerte Erträge.

Das steckt in Arganöl

Arganöl besitzt mit 20 % einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren, mehr noch als Erdnussöl mit 18 %. Beim Linolsäuregehalt ist ihm von den gängigen Ölen das Sonnenblumenöl überlegen. Doch mit einem Anteil von 34 % kann auch Arganöl aufwarten im Vergleich zu 6 % beim Olivenöl. Das ist eine gute Nachricht für Personen mit Gewichtsproblemen, denn Linolsäure gilt als Motor für die Fettverbrennung.

Mit etwa 600 mg/kg sind Tocopherole an der Zusammensetzung beteiligt. Tocopherole sind ein Sammelbegriff für Vitamin-E, das allgemein wegen seiner positiven Wirkung in der Kosmetik hohen Stellenwert genießt. Auf den Cholesterinhaushalt wirken pro Kilogramm Arganöl 1,3 bis 2 Gramm Phytosterine ein und kann damit sogar zu besseren Blutfettwerten beitragen.

Nutzung innen und außen

Die nützlichen Eigenschaften von Arganöl kommen in der Kosmetik zur Geltung, obwohl dem Öl auch heilende Wirkung durch die Einnahme nachgesagt wird.

Empfehlenswerte Arganöle nach Kundenbewertungen:

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Zum Beispiel wirkt es verlangsamend auf das Wachstum von Tumorzellen im Labor. Aus einer Ernährungsstudie, die 2005 veröffentlicht wurde, geht hervor, dass der Ersatz von Butter und tierischen Fetten durch Arganöl, den Cholesterinspiegel im Blut und ebenso die Triglyceride senken kann.

Wirkung von Arganöl

Die Kenntnis von der Wirkung basiert auf dem Wissen der Berberstämme, die es seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergeben. Wie viele Speiseöle spendet Arganöl der Haut Feuchtigkeit und verleiht dem Haar einen seidigen Glanz. Dafür eignet sich das kosmetische Arganöl aus unbehandelten Samen besser. Manche behaupten, es verzögere den Alterungsprozess. Doch auch, wenn die Jahre äußerlich sichtbar werden, kommt Arganöl in der Berberkultur noch immer zum Einsatz.

Gewinnung von Arganöl

Traditionell gewinnen Berberfrauen im Süden Marokkos das Arganöl aus den beerenartigen Früchten des Arganbaums. Nur dort wächst die vom Aussterben bedrohte, immergrüne Argania spinosa auf einer Fläche von ca. 820.000 ha. Mit ihrer charakteristischen Rinde, die an eine Schlangenhaut erinnert, ist sie ein Relikt aus dem Tertiär.

Die marokkanische Regierung fördert in der Region den Erhalt der traditionellen Kultur und deren Techniken. Schon seit 1998 liegen die Bäume in einem Biosphärenreservat und damit geschützt vor Umweltverschmutzung. In den Stand eines Immateriellen Kulturerbes der Menschheit hob die UNESCO die Herstellung von Arganöl 2014. Nur so ist sichergestellt, dass die jahrtausendealte Herstellung bis heute erhalten bleibt.

Arganölproduktion traditionell

Die Früchte des Arganbaums schützen sich durch stachelige Dornen. Pflücken fällt schwer, deshalb warten die Ölproduzentinnen geduldig darauf, dass die Früchte vom Baum fallen. Aufgelesen und an einen Sammelpunkt verbracht, trocknen die Beerenfrüchte. Nur so sind die innen liegenden Kerne erreichbar.

Nach dem Trocknen lösen die Arbeiterinnen die Kerne von Hand aus dem Fruchtfleisch. Dabei kontrollieren sie genau, dass nur gesunde und voll ausgebildete Kerne in die Weiterverarbeitung gelangen. Die guten Kerne schlagen sie zwischen zwei Steinen auf und gelangen so an die ölhaltigen Samenplättchen.

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Je nachdem, welches Arganöl sie herstellen, rösten sie die Samen oder verarbeiten diese roh. Für beide Ölsorten sind in Marokko unterschiedliche Einsatzgebiete bekannt. Der Röstprozess verleiht dem Arganöl ein kräftigeres, nussiges Aroma, das gut zu Speisen passt. Das Öl unbehandelter Samenplättchen kommt eher als Heilmittel zum Einsatz.

Im nächsten Schritt mahlen die Frauen die Samen von Hand und geben Wasser hinzu, bis eine Art Brei entsteht. Die Konsistenz erinnert an Erdnuss- oder Mandelmus. Diesen Brei kneten und rühren die Frauen geduldig, bis das Öl austritt. Der ganze Prozess nimmt etwa 2 Tage für 1 Liter Arganöl in Anspruch.

Arganölproduktion industriell

Die industrielle Produktion beginnt bereits bei der Ernte: Statt geduldig zu warten, bis die Früchte vom Baum fallen, schütteln Rüttelmaschinen daran, bis sie in ein Netz fallen. Auch diese Früchte müssen trocknen und werden anschließend maschinell weiterverarbeitet. Eine gründliche Selektion wie bei der handwerklichen Produktion entfällt. Anschließend wird das Öl maschinell aus den Samen gepresst, wie es in vielen Ölmühlen geschieht: als kaltgepresstes oder heißgepresstes Öl.

Extraktion mithilfe von Lösungsmitteln

Die Herstellung eines Öls aus Argansamen gelingt auch chemisch. Diese Öle durchlaufen zu Laborzwecken und für die Kosmetik einen längeren Prozess aus Extraktion mit flüchtigen Lösungsmitteln, Destillation und Behandlung mit hohen Temperaturen.

Güteklassen

In den Handel gelangen ganz unterschiedliche Qualitäten:

1. Da sind einerseits die von Hand gewonnenen Produkte aus rohen oder gerösteten Samen. Eine Organisation aus 22 zusammengeschlossenen Kooperativen setzt sich dafür ein, die Tradition zu erhalten und marokkanischen Frauen die Teilhabe an den Einnahmen aus der Herstellung von Arganöl zu erhalten sowie deren Wissen um die Verwendung. Das garantiert für den Verbraucher, dass alle bekannten Varianten und Qualitätsstufen verfügbar sind.

2. Industrielle Herstellung vergrößert das Angebot. Das geht einher mit allen bekannten Risiken, wie Fehlern im Prozess und Verunreinigungen, die ständige Kontrolle erfordern. Außerdem sind Teile der Bevölkerung im einzigen Land der Erde, in dem der Arganbaum wächst, von Armut bedroht, weil die Industrie die begrenzte Kapazität an Früchten auch ohne die Frauen ausbeuten kann. Andererseits macht die industrielle Herstellung das Öl erschwinglicher.

3. Als dritte Qualität ist das mittels Lösungsmitteln freigesetzte Arganöl zu nennen, das für den Verzehr ungeeignet ist. Dank der preiswerten Herstellung beliefert es jedoch den Kosmetikmarkt mit einem ausgezeichneten Rohstoff.

Im Handel erhältliche Güteklassen

Dem Arganöl werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben. Um dem Käufer die Entscheidung zu erleichtern, reichen den Herstellern Hinweise wie heiß- oder kaltgepresst nicht aus. Sie finden genauso Bio-Qualität, veganes oder natives Arganöl, wobei Letzteres dem kaltgepressten entspricht. Wegen der unterschiedlichen Herstellung ist geröstetes Arganöl erhältlich, womit natürlich die Samen gemeint sind.

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Hinweise auf die Güte des Produkts liefern die Herstellerangaben auf der Verpackung. Wer kann, wird eine anerkannte Kontroll- und Zertifizierungsstelle angeben oder das Siegel der EG-Öko-Verordnung führen.

Anwendung und Verzehr

Trotz seines relativ hohen Rauchpunkts von 180 °C kommt Arganöl selten zum Kochen oder Braten zum Einsatz. Das liegt an den hohen Kosten im Einkauf und der Mühe der Herstellung. Stattdessen macht sich Arganöl als Verfeinerung in Salaten angenehm bemerkbar. Im Ursprungsland wird Arganöl zu Brot und Couscous gereicht.

In der Kosmetik ist Arganöl traditionell als Pflegemittel bei Hautkrankheiten bekannt. Hier kommt das Öl der rohen Samen zum Einsatz. Dessen entzündungshemmender Wirkung wird Erfolg bei der Behandlung von Akne oder Verbrennungen nachgesagt. Wie alle Speiseöle hilft Arganöl bei trockener Haut.

Worauf Sie beim Kauf von Arganöl achten sollten

Achten Sie auf reine Qualität mit Gütesiegel. Nur so können Sie sicher sein, ein hochwertiges Arganöl zu erwerben.

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Überlegen Sie auch, wie Sie es einsetzen: Sie finden spezielle Pflegeprodukte für Haut und Haar neben geröstetem Arganöl für die Küche.

Häufig gestellte Fragen zu Arganöl

Am Ende klären wir noch einmal kurz und knapp, alle wichtigen Fragen, die beim Thema Arganöl auftauchen:

Warum ist Arganöl so teuer?

Der Herstellungsprozess von Hand ist mühselig und der Rohstoff für die industrielle Produktion knapp. Die Früchte des Arganbaums wachsen nur in einem ca. 820.000 ha großen Gebiet im südlichen Marokko.

Wofür eignet sich Arganöl?

Arganöl ist für seine kosmetische Wirkung hoch angesehen. Als Speiseöl sind seine Inhaltsstoffe vergleichbar mit denen vieler anderer Speiseöle. Dennoch wird ihm Wirkung bei Adipositas nachgesagt und hemmt das Öl im Labor das Wachstum von Krebszellen. Genaueste Untersuchungsergebnisse stehen allerdings noch aus.

Kann ich mein Haustier mit Arganöl behandeln?

Arganöl wird auch zur Fellpflege empfohlen. Sicherer ist es, bei Auffälligkeiten einen Tierarzt aufzusuchen.

Woher kommt Arganöl?

Der Arganbaum oder die Arganie wächst ausschließlich in trockenen und heißen Zonen. Der ehemals vermutlich weite Teile Afrikas bedeckende archetypische Baum kommt jetzt nur noch im südlichen Marokko vor. Dort wird das kostbare Arganöl aus den Samenplättchen der Beerenfrüchte auch hergestellt.

Fazit

Arganöl bietet wie alle hochwertigen Speiseöle wertvolle Inhaltsstoffe. Bei dem einen Öl überwiegt dieser, bei dem anderen jener Bestandteil. Wer keine strenge Diät leben muss, sondern sich einfach gesund ernähren möchte, wechselt die Produkte, um einer einseitigen Ernährung vorzubeugen.

In der Kosmetik ist Arganöl wertvoll, weil es dank seiner Konsistenz tief in Haut oder Haar eindringt und dort Schäden beseitigen kann. In der Kultur an seiner Ursprungsstätte zählt Arganöl zu den hochgeschätzten und wertvollen Ölen. Vielleicht können auch Sie von dem überlieferten Wissen profitieren.

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